Kakaoproduktion: ein Überblick

 

Kakaopflanzen benötigen ein tropisches Klima, um zu gedeihen. Sie brauchen viel Wärme und Feuchtigkeit. Daher kann Kakao nur in wenigen Regionen weltweit rund um den Äquator angebaut werden. Heutzutage findet ungefähr 70 Prozent der globalen Kakaoproduktion in Westafrika statt. Dort sind die Côte d'Ivoire und Ghana Hauptanbauländer. Nur knapp 13 Prozent der weltweiten Kakaoernte stammen aus Mittel- und Südamerika, den Ursprungsregionen des Kakaos.

Circa 5,5 Millionen Kakaobäuerinnen und -bauern gibt es weltweit. Zudem sichert der Kakaoanbau den Lebensunterhalt von bis zu 14 Millionen Arbeiter*innen und deren Familien. Kakao wird überwiegend von Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut. 90 Prozent des Kakaoanbaus findet auf kleineren Parzellen von 2 bis 5 Hektar statt. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld ist 1 Hektar groß. Und ein Landwirt in Deutschland bewirtschaftet durchschnittlich 66 Hektar.

Kakaoanbau ist harte Handarbeit ​

Der Kakaoanbau ist sehr arbeitsintensiv und beruht auf Handarbeit. Außerdem erfordert er kontinuierliche Aufmerksamkeit, Pflege und Ernte: Der Kakaobaum blüht das ganze Jahr hindurch und entwickelt somit auch ständig Früchte. An ihm wachsen die großen Kakaoschoten, die von Hand von den Bäumen geerntet werden. Jede Kakaoschote enthält circa 20-30 Samen – die Kakaobohnen –  die von einem süßen weißen Fruchtfleisch umgeben sind. Es braucht eine ganze Jahresernte eines Baumes, um ein halbes Kilo Kakao zu produzieren.

Da die Schoten eben nicht alle zur gleichen Zeit reif sind, müssen die Bäume ständig beobachtet werden. Kakao ist zudem eine sehr empfindliche Pflanze, die schnell auf Wetterveränderungen reagiert und anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Nachdem die reifen Schoten geerntet wurden, werden sie mit Macheten geöffnet, um die Bohnen freizulegen. Danach werden die Bohnen über mehrere Tage fermentiert (vergoren), wodurch der Kakao sein typisches Aroma erhält. Anschließend werden die Bohnen getrocknet und in Säcke verpackt. Jetzt sind sie fertig zum Weiterverkauf an die Zwischenhändler.

 

Von der Kakaobohne zur Schokolade

Bis aus der bitteren Bohne Schokolade entsteht, ist es noch ein langer Weg: Zwischenhändler kaufen die Säcke mit den rohen Kakaobohnen und verkaufen sie an Exporteure. Der Großteil der Kakaobohnen wird nicht in den Anbauländern verarbeitet. Nachdem die Kakaobohnen bei den Vermahlungsunternehmen im globalen Norden ankommen, werden sie weiterverarbeitet. Die Bohnen werden zerstoßen und die Hüllen entfernt, geröstet und schließlich gemahlen. Das Ergebnis – Kakaomasse – wird zur Herstellung von Schokolade verwendet, oder weiter verarbeitet zu Kakaobutter und Kakaopulver. Die Ernste eines Kakaobaumes in einem Jahr ergbit bis 40 Schokoladentafeln á 100 Gramm - je nach Kakaogehalt.

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