Streikwelle bedroht das süße Fest

06.12.2013

Mehrere Weihnachtsmänner demonstrierten am 5. Dezember in Berlin, Österreich, Estland und Tschechien. Die Rotmützen protestierten gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen von Kakaobauern. Sie fordern die Schokoladenindustrie auf, Kakaobäuerinnen und -bauern einen höheren Preis für Kakaobohnen zu bezahlen, gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorzugehen und die Arbeitsbedingungen für die Bauern zu verbessern. Die Rauschebärte unterstützen mit dem Streik die INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair!.

„Wir können es nicht länger mit unserem Gewissen vereinbaren, Schokolade an Kinder zu verteilen, in der Kinderarbeit steckt und bei deren Herstellung Bauern einen Hungerlohn erhalten“, erklärt der Sprecher der Berliner Weihnachtsmänner. „Die Kampagne Make Chocolate Fair! hat uns die Augen geöffnet. Wir sind schockiert, unter welchen unmenschlichen Bedingungen Kakaobauernfamilien leben müssen.“ In Westafrika, der Hauptanbauregion für Kakao, arbeiten noch immer etwa zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Mehr als 500.000 von ihnen unter Bedingungen, die nach den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als ausbeuterisch eingestuft und damit verboten sind. 

Evelyn Bahn, Koordinatorin der europäischen Kampagne Make Chocolate Fair! berichtet, dass der Unmut über die menschenunwürdigen Bedingungen auch in den  Kakaoanbauländern zunimmt. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Bauernfamilien sind so schlecht, dass zukünftige Generationen die Kakaoplantagen ihrer Eltern nicht übernehmen wollen. Schon jetzt liegt das Durchschnittsalter von Bauern und Bäuerinnen im Kakaoanbauland Ghana bei über 50 Jahren. „Wenn die Schokoladenindustrie nicht endlich anfängt, die Situation der Bauernfamilien ernsthaft zu verbessern, könnten sie bald ein Versorgungsproblem bekommen. Ohne den Rohstoff Kakao, wird es keine Schokolade mehr geben.“

„Können wir das Fest der Nächstenliebe wirklich noch feiern, wenn die süßeste Zutat zum Weihnachtsfest untermenschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wird“, fragt der Sprecher der Weihnachtsmänner. 2012 lag der Nettoumsatz der Schokoladenindustrie bei 80 Mrd. US-Dollar.

„Für Kakao müssen die Unternehmen endlich einen Preisbezahlen, der ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Ansonsten gibt es in diesem Jahr Weihnachten ohne Schokolade. Dutzende Weihnachtsmänner haben die Petition der Kampagne Make Chocolate Fair! unterzeichnet. „Wer Schokolade liebt, sollte sich anschließen, damit Schokolade endlich fair produziert wird“, empfiehlt der Weihnachtsmann.