Pressemitteilung

16.11.2013

Rundreise durch Deutschland: Kakaoexpertin aus Ghana prangert Menschenrechtslage im Kakaoanbau an

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[Berlin, 14. November 2013] – Die europäische Kampagne Make Chocolate Fair! lädt die ghanaische Kakaoexpertin Afia Owusu nach Deutschland ein. Vom 18. bis zum 21. November berichtet sie aus erster Hand von den miserablen Bedingungen, die den Arbeitsalltag der etwa eine Million Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana prägen. Owusu fordert die Menschen in Deutschland auf, Druck auf die Schokoladenunternehmen auszuüben, damit sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bauernfamilien endlich verbessern.

„Die Schokoladenhersteller sind abhängig vom Kakao aus Westafrika. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern wenden sich aber vom Kakaoanbau ab“, warnt Afia Owusu. „Wenn die Unternehmen nicht bald anfangen, die Situation ernsthaft zu verbessern, könnten sie ein Versorgungsproblem bekommen.“ Die Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Bauernfamilien sind so schlecht, dass zukünftige Generationen die Kakaoplantagen ihrer Eltern nicht übernehmen wollen. Schon jetzt liegt das Durchschnittsalter der Bauern und Bäuerinnen bei über 50 Jahren.

„Kakaobauern arbeiten sehr hart, um die wichtigste Zutat für Schokolade zu produzieren. Doch der Preis, den sie für den Rohstoff erhalten, ist unmenschlich“, erklärt Owusu. Die meisten Bauernfamilien in den Kakaoanbaugebieten Ghanas leben weit unterhalb der Armutsgrenze. Viele müssten mindestens doppelt so viel verdienen, um auf 1,25 US-Dollar pro Tag und Familienmitglied zu kommen. Der Kakao ist oftmals ihre einzige Einnahmequelle, wobei die durchschnittliche Anbaufläche bei einem bis drei Hektar liegt. „Armut ist die Hauptursache für Kinderarbeit und Ausbeutung auf den Kakaoplantagen“, sagt INKOTA-Referentin Evelyn Bahn. „Schokoladenunternehmen müssen ihre Verantwortung endlich wahrnehmen. Für Kakao müssen sie einen Preis bezahlen, der ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.“

Afia Owusu arbeitet in Ghana sowohl für das Netzwerk African Cocoa Coalition (ACC) als auch für die lokale Organisation Cocoa Organic Farmers Association (COFA). ACC ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich für faire und nachhaltige Bedingungen in der afrikanischen Kakaoproduktion einsetzen. Die Bauernkooperative COFA produziert ihren Kakao nach biologischen Anbaumethoden.

Afia Owusu steht vom 18. bis zum 21. November 2013 gerne für Interviews und Fragen zur Verfügung. Darüber hinaus finden folgende Veranstaltungen mit der Kakaoexpertin statt:

  • Di., 19.11.2013, 19.30 Uhr (Berlin): Kampagnenabend „Macht Schokolade alle glücklich?", Haus 13 im Pfefferberg, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin
  • Mi., 20.11.2013, 16.00 Uhr (Chemnitz): Diskussionsveranstaltung „Make Chocolate Fair!“, Klub der Kulturen an der Uni Chemnitz, Thüringer Weg 3, 09126 Chemnitz
  • Do., 21.11.2013, 16.00 Uhr (Berlin): Fachgespräch „Welche Wege führen aus der Armutsfalle?“, Stiftung Nord-Süd-Brücken, Greifswalder Straße 33A, 10405 Berlin.

Make Chocolate Fair! ist eine europäische Kampagne von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. INKOTA ist eine von vier Hauptträgerorganisationen und übernimmt die Koordination der Kampagne in Deutschland. Die African Cocoa Coalition ist Mitträger der Kampagne.

Weitere Informationen:
In unserer Pressemappe finden Sie unter anderem ein ausführliches Portrait von Afia Owusu.
www.makechocolatefair.org

Ansprechpartnerin:
Evelyn Bahn, Koordinatorin der europäischen Kampagne Make Chocolate Fair!, Tel.: +49 (0)177-32 43 408,
E-Mail: bahn@inkota.de