INKOTA unterstützt Internationale Charta des Fairen Handels

25.09.2018

Am dritten Jahrestages der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung feiert die Fair-Handels-Bewegung weltweit die Veröffentlichung ihrer neuen Internationalen Charta. Die World Fair Trade Organization und Fairtrade International haben diese in den letzten Jahren unter Einbeziehung weiterer Fair-Handels-Akteure erarbeitet. Die Charta legt die grundlegenden Werte des Fairen Handels fest und definiert eine gemeinsame Vision zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs).

Der globale Handel ist in den letzten Jahrzehnten spektakulär gewachsen. Dies hat erheblich zum Wirtschaftswachstum in vielen Ländern beigetragen, doch sind die Gewinne nicht gleichmäßig verteilt. Das von internationalen Institutionen und Großkonzernen beworbene Handelsmodell hat sein Versprechen, die Armut und den Hunger zu beseitigen, nicht erfüllt und ein noch nie dagewesenes Ausmaß an Ungleichheit verursacht:

Die reichsten 1% der Menschen besitzen nun so viel wie der Rest der Welt.

Die Märkte werden üblicherweise durch wenige transnationale Unternehmen beherrscht. Sie haben die Macht, die Handelsbedingungen für ihre Zulieferer zu diktieren, indem sie die Preise drücken, oft unter Produktionskosten-Niveau. Kleinproduzent*innen und Arbeiter*innen haben es dadurch schwer, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sind anfällig für Ausbeutung.

Fairer Handel – Ein anderer Weg!

Viele Menschen verwenden die Begriffe „Fair Trade“ oder „Fairer Handel“. Doch was ist damit konkret gemeint? In der neuen Internationalen Charta des Fairen Handels werden die grundlegenden Werte und Visionen des Fairen Handels festgehalten. Die Charta wird weltweit von mehr als 250 Organisationen und Netzwerken unterstützt, die sich für einen gerechteren Welthandel einsetzen.

„Seit 30 Jahren unterstützt INKOTA die Bewegung für einen Fairen Handel in Deutschland. Wir unterstützen den Fairen Handel als globale Partnerschaft, die auf Gerechtigkeit und Gleichheit basiert, und bei der Menschen und Umwelt vor Profiten stehen. Solange Menschen in globalen Lieferketten in Armut leben, brauchen wir eine Fairhandelsbewegung", so INKOTA-Referentin Evelyn Bahn.

Der Faire Handel basiert auf Produktions- und Handelsbeziehungen, bei denen Mensch und Umwelt vor dem finanziellen Profit stehen: Jeder Mensch soll durch seine Arbeit einen angemessenen und würdigen Lebensunterhalt erreichen und sein volles menschliches Potential entwickeln. Darüber hinaus verbindet der Faire Handel Produzent*innen und Verbraucher*innen durch größere Transparenz in den Handelsketten. Indem er zeigt, dass mehr Gerechtigkeit im Welthandel möglich ist, versucht der Faire Handel außerdem, die Bürger*innen an der Neuformulierung der Handelsregeln zu beteiligen und diese an den Bedürfnissen von Kleinproduzent*innen, Arbeiter*innen und Verbraucher*innen auszurichten.

Mehr Informationen:

Download der Charta des Fairen Handels (deutsch)

Webseite zur Charta des Fairen Handels