The Future of Sustainable Cocoa: MCF diskutiert mit Kakaobauern

22.11.2017

In der Debatte um nachhaltigen Kakao werden die wichtigsten Stimmen häufig nicht gehört - die Stimmen der Kakaobäuerinnen und -bauern selbst. Anfang November hat INKOTA deshalb gemeinsam mit dem Voice-Netzwerk in Berlin einen Konsultations-Workshop veranstaltet. Dabei haben wir gemeinsam mit Kakaobauernorganisationen und europäischen NGOs über die Probleme im Kakaoanbau sowie über Strategien für eine faire Schokoladenproduktion diskutiert. Der Workshop diente außerdem der Vorbereitung der zivilgesellschaftlichen Aktivitäten rund um die 4. Weltkakaokonferenz, die Ende April 2018 in Berlin stattfinden wird. 26 Personen aus 9 Ländern nahmen an der Konsultation teil, Kakaobauern und -bäuerinnen waren aus der Elfenbeinküste, Ghana, Indonesien, Ecuador und der Dominikanischen Republik vertreten.

In den spannenden Diskussionen wurde einerseits deutlich, dass sich die Lebensrealität der Bauern und Bäuerinnen in den verschiedenen Ländern teilweise stark unterscheidet. Gleichzeitig wurde beim Workshop auch eine Reihe von gemeinsamen Problemen und Herausforderungen identifiziert, vom Nachwuchsmangel in den Kakaoanbauregionen über die organisatorische Schwäche vieler Kakaokooperativen bis zum niedrigen Kakaopreis. Insbesondere letzterer wurde immer wieder als Hauptursache für Armut benannt - innerhalb des letzten Jahres ist der Weltmarktpreis für Kakao um fast 40 Prozent gesunken. Verschiedene Bäuerinnen und Bauern äußerten ihre Unzufriedenheit über die Reaktionen der Schokoladenunternehmen, von denen sie sich in der Preiskrise im Stich gelassen fühlten. In den Worten eines Teilnehmers: "Die Schokoladenunternehmen haben uns über Jahre immer wieder gesagt, dass wir produktiver werden und höhere Erträge erzielen müssen. In allen Nachhaltigkeitsprojekten der Schokoladenindustrie ging es immer darum: Produktivität, Produktivität, Produktivität. Das Ergebnis ist, dass das Angebot heute größer als die Nachfrage ist. Dadurch ist der Kakaopreis gefallen." Die TeilnehmerInnen waren sich daher einig in ihrer Forderung nach einem höheren Kakaopreis und höheren Prämien. Die Kampagne Make Chocolate Fair! wird sich auch im kommenden Jahr dafür einsetzen, dass diese Forderung gehört wird - unter anderem bei der Weltkakaokonferenz, wenn sich alle wichtigen Akteure der Kakao-Lieferkette in Berlin versammeln.

Wir danken allen TeilnehmerInnen für die inspirierenden Diskussionen!

Fotos: Nadja Bülow