Fragen & Antworten rund um die Weltkakaokonferenz 2018

06.04.2018

Die 4. Weltkakaokonferenz findet vom 22.-25. April 2018 im Maritim Hotel in Berlin statt. Es werden 1.500 TeilnehmerInnen aus 65 kakaoproduzierenden und -konsumierenden Ländern erwartet. Damit ist die Konferenz das größte internationale Event, bei dem sich VertreterInnen der Schokoladenindustrie, der Politik, der Zivilgesellschaft, des Handels und von Kakaobauernorganisationen über die neuesten Entwicklungen und Herausforderungen im Kakaosektor austauschen. Die Kampagne Make Chocolate Fair! beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Konferenz.

Findet die Konferenz jedes Jahr in Berlin statt?

Nein. Die Weltkakaokonferenz findet nur alle zwei Jahre statt, und zwar immer in einem anderen Land. Dabei wechseln sich kakaokonsumierende Länder und kakaoproduzierende Länder bei der Ausrichtung der Konferenz ab. Bisher fand die Konferenz in Punta Cana, Dominikanischen Republik (2016), Amsterdam, Niederlande (2014) und Abidjan, Côte d’Ivoire (2012) statt.

Warum gibt es eine Weltkakaokonferenz?

Die Weltkakaokonferenz wurde 2012 ins Leben gerufen, um ein internationales Forum zu schaffen, bei dem sich alle Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Schokolade darüber austauschen, wie der Sektor nachhaltiger gestaltet werden kann. So war das Motto der ersten Weltkakaokonferenz: Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Kakaowirtschaft. Bei der ersten Weltkakaokonferenz in Abijan, Côte d’Ivoire wurde die Global Cocoa Agenda und eine gemeinsame Erklärung (Abidjan Declaration) verabschiedet, in der Maßnahmen und Empfehlungen festgehalten wurden, die die verschiedenen Akteure umsetzen sollen.

Was wurde bei den bisherigen Weltkakaokonferenzen vereinbart?

Bei der ersten Weltkakaokonferenz in Abidjan 2012 einigten sich die TeilnehmerInnen auf die Global Cocoa Agenda. Zu den Unterzeichnern gehören mittlerweile die meisten Anbau- und Verbraucherländer sowie viele relevante Akteure der Industrie und Zivilgesellschaft. Die Global Cocoa Agenda ist ein Aktionsplan, wie der gesamte Kakaosektor nachhaltig gestaltet werden kann und was dafür auf globaler und auf nationaler Ebene umgesetzt werden soll. Er skizziert Rollen und Verantwortungsbereiche für alle wichtigen Akteure im Kakaosektor: Regierungen von Anbau- und Konsumländern, Akteure der Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Kakaobäuerinnen und –bauern. Es handelt sich lediglich um Empfehlungen und nicht um verbindliche Vereinbarungen. Die Agenda ist alles andere als perfekt, aber ein Versuch einer Definition davon, wie eine „geteilte Verantwortung“ für eine nachhaltige Kakaoproduktion aussehen könnte.

Bei den zwei folgenden Weltkakaokonferenzen (2014 und 2016) wurden weitere Erklärungen zur Erläuterung der Global Cocoa Agenda verfasst. Dabei wurde jeweils betont, dass insbesondere die Stärkung von Kakaobauernorganisationen und die Steigerung der Einkommen von Kakaobäuerinnen und -bauern Priorität habe. 2016 wurde betont, dass es eine Definition und Berechnung existenzsichernder Einkommen geben müsse.  

Ein zentraler Schwachpunkt der Global Cocoa Agenda ist, dass es bis heute kein Monitoring-System gibt, um zu verfolgen, welche Maßnahmen von den einzelnen Akteuren tatsächlich umgesetzt werden. Daher ist es nicht möglich, ein klares Bild der bisher erreichten Fortschritte zu zeichnen. Zur Weltkakaokonferenz in Berlin soll ein Monitoring-System mit Indikatoren vorgestellt werden.

Was fordert INKOTA von der Weltkakaokonferenz 2018?

Die beiden dringendsten Probleme im Kakaosektor stehen auf dem Programm der Weltkakaokonferenz: Wie können wir die Einkommen der Kakaobauern erhöhen und zu einem existenzsichernden Einkommen kommen? Wie lässt sich Entwaldung durch den Kakaoanbau aufhalten? INKOTA fordert, dass bei der Konferenz Strategien entwickelt werden müssen, um diese Probleme zu lösen. Dabei darf es nicht nur bei „Visionen“ bleiben, sondern alle Akteure müssen sich zu tatsächlichen Maßnahmen bekennen.

INKOTA fordert zudem, dass bei der Konferenz klare Wirkungs-Indikatoren für die Global Cocoa Agenda verabschiedet werden müssen, damit es zu mehr Verbindlichkeit bei allen Akteuren kommt, die Empfehlungen auch tatsächlich umzusetzen.

Welche Veranstaltungen und Aktionen plant INKOTA rund um die Weltkakaokonferenz?

INKOTA-ReferentInnen werden an der Weltkakaokonferenz teilnehmen und bei Veranstaltungen und Workshops insbesondere die Frage diskutieren, wie ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobauernfamilien erreicht werden kann.

Anlässlich der Weltkakaokonferenz werden wir gemeinsam mit andere Organisationen die neue Ausgabe des Kakao-Barometers veröffentlichen (hier können Sie das letzte Kakao-Barometer nachlesen).

Am 22. April 2018 organisieren wir gemeinsam mit dem VOICE-netzwerk einen Workshop für Nichtregierungsorganisationen, Kakaobauernvertreter und andere zivilgesellschaftliche Gruppen, die an der Weltkakaokonferenz teilnehmen. Dabei werden wir uns im Vorfeld der Konferenz gemeinsam über die zentralen Herausforderungen im Kakaoanbau austauschen und unsere Strategien und Positionen miteinander abstimmen. VertreterInnen aus der Elfenbeinküste, Ghana, Indonesien und der Dominikanischen Republik werden teilnehmen, darunter auch einige TeilnehmerInnen unseres Konsultationsworkshops im November 2017.

Außerdem werden wir unseren Protest gegen die unfairen Zustände im globalen Kakaogeschäft auf die Straße tragen: Am Montag, den 23. April ruft INKOTA gemeinsam mit Stop The Traffik, der Initiative „SchokoFair - Stoppt Kinderarbeit!“ und dem Forum Fairer Handel zu einer Protest-Demonstration auf. Diese beginnt um 10 Uhr am Matthäikirchplatz (neben der Neuen Nationalgalerie) und endet mit einer Kundgebung vor dem Tagungsort der Weltkakaokonferenz, dem Maritim Hotel.

Mit unserem Protest wollen wir darauf hinweisen, dass Schokoladenunternehmen zwar seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, sich die Situation der Kakaobäuerinnen und –bauern aber bisher kaum verbessert hat. Wir fordern die Schokoladenindustrie und auch die Politik deshalb auf, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Armut der Bäuerinnen und Bauern zu beenden und Kinderarbeit zu stoppen.

Neben verschiedenen Schul-Delegationen und internationalen Gästen aus Westafrika hat auch eine große Schokoladentafel bereits ihre Teilnahme angekündigt. Seien auch Sie mit dabei, damit die TeilnehmerInnen der Weltkakaokonferenz eine möglichst laute Botschaft für faire Schokolade zu hören bekommen! Mehr Infos zur Protest-Demo finden Sie hier.

PS: Sie können in Berlin nicht dabei sein und wollen uns trotzdem unterstützen? Stärken Sie zusammen mit INKOTA Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana.