Fairtrade-Kakaoprogramm: Mit Trippelschritten zu mehr Transparenz

03.03.2017

Um das Fairtrade-Kakaoprogramm hat es in den letzten Jahren viele Diskussionen gegeben (wir berichteten im Südlink 178). Die Kampagne Make Chocolate Fair! bewertete das Programm insgesamt als positiv, weil es wesentlich zu besseren Absatzmöglichkeiten für Kakaobäuerinnen und –bauern beiträgt. Allerdings kritisierte die Kampagne auch die mangelnde Transparenz des Kakaoprogramms: Welche Unternehmen daran teilnehmen, war für VerbraucherInnen bisher nicht nachvollziehbar.

Mir Trippelschritten hat Fairtrade auf die Kritik von Make Chocolate Fair! reagiert: Pünktlich zur Internationalen Süßwaren Messe (ISM) in Köln hat Fairtrade Deutschland auf seiner Website eine Liste der Unternehmen veröffentlicht, die am Kakaoprogramm und den anderen Programm-Siegeln teilnehmen. Make Chocolate Fair! begrüßt diesen Schritt grundsätzlich. Denn erstens können sich VerbraucherInnen nun selbst ein Bild machen, welche Unternehmen sich für eine nachhaltigere Kakao- und Schokoladeproduktion einsetzen. Und zweitens kann dadurch verhindert werden, dass Unternehmen ohne Kenntnis der Öffentlichkeit aus dem Programm aussteigen können, wenn zum Beispiel Standards geändert oder Prämienzahlungen erhöht werden. 

In puncto Transparenz bleibt allerdings noch deutlich Luft nach oben. So findet sich auf der Website zu den meisten Unternehmen lediglich die Information, seit wann sie am Fairtrade-Programm teilnehmen. Angaben dazu, wie viel Prozent des verwendeten Kakaos nach den Bedingungen des Fairtrade-Kakaoprogramms zertifiziert sind, finden sich dagegen nur bei wenigen Unternehmen. So ist für  VerbraucherInnen nicht erkennbar, ob beispielsweise die Supermarktkette Penny 100 Prozent ihres Kakaos oder nur 10 Prozent über das Fairtrade-Programm bezieht. Die Spanne des Engagements für fairen Kakao ist unter dem neuen Fairtrade-Programm weit. Leider wird das für VerbraucherInnen nicht deutlich gemacht. Transparenz sieht anders aus! Auch zu etwaigen Plänen der Unternehmen, den Anteil des zertifizierten Kakaos schrittweise zu steigern, werden auf der Website keine Angaben gemacht. Aus Sicht von Make Chocolate Fair! muss das mittelfristige Ziel eine vollständige Umstellung auf zertifizierten Kakao sein.

Wenn die Veröffentlichung nicht in erster Linie wie eine Werbemaßnahme für die Unternehmen wirken soll, besteht hier also dringender Bedarf zur Nachbesserung.

Lesen Sie weiter im aktuellen Südlink, wo dieser Artikel erstmalig erschienen ist.