Forderungen

Faire Bezahlung von Kakaobäuerinnen und -bauern und ihren ArbeiterInnen

Schokoladenunternehmen müssen ein existenzsicherndes Einkommen für Kleinbäuerinnen und -bauern und ihre Angestellten entsprechend den Lebenshaltungskosten ihres Landes garantieren, um ihnen und ihren Familien ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Nur wenn KakaoproduzentInnen ein existenzsicherndes Einkommen erhalten, können sie auch existenzsichernde Löhne an die angestellten ArbeiterInnen zahlen. Insbesondere in Westafrika liegt das durchschnittliche Einkommen der Bäuerinnen und Bauern und ihrer ArbeiterInnen derzeit weit unter der international definierten Grenze für extreme Armut. Viele müssen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen.

Das Einkommen muss die Grundbedürfnisse der KakaoproduzentInnen und ihrer Familien decken. Zu diesen zählen eine angemessene Unterkunft, gesunde Nahrung, sauberes Trinkwasser, eine ausreichende Gesundheitsvorsorge, Bildung und die Möglichkeit, Steuern und Transportkosten zu begleichen.

Ein existenzischerndes Einkommen wird im Falle der Kakaobauern und -bäuerinnen durch die Bezahlung eines fairen Preises für Kakaobohnen sichergestellt. Ist dieser garantiert, ermöglicht er den KakaoproduzentInnen einen existenzsichernden Lohn an ihre ArbeiterInnen zu zahlen. Durch eine angemessene Bezahlung können sie außerdem auf Kinderarbeit in der Kakaoproduktion verzichten und Eltern können schulbezogene Kosten für ihre Kinder zahlen.

Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten Kakao-Wertschöpfungskette und Verbot missbräuchlicher Kinderarbeit

Schokoladenunternehmen müssen die Einhaltung der Menschenrechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen innerhalb der Kakao- und Schokoladenproduktion ohne Einschränkungen gewährleisten, indem sie die international anerkannten Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) sowie die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) respektieren und aktiv umsetzen.

Allein in der Côte d’Ivoire und in Ghana arbeiten über zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen, Hunderttausende davon unter Bedingungen, die nach internationalen Standards verboten sind (Quelle: Tulane Bericht 2015).

Aufgrund dieser gravierenden Missstände in der Kakaoproduktion fordern wir von den Schokoladenunternehmen die uneingeschränkte Einhaltung des Verbots von Kinderarbeit gemäß der ILO-Konventionen 182 und 138 in ihrer Zuliefererkette.

Unterstützung von Kakaobäuerinnen und -bauern bei der Umsetzung einer nachhaltigen und diversifizierten Landwirtschaft

Schokoladenunternehmen müssen zum Erhalt eines intakten Ökosystems und zum Klimaschutz sowie zu einer guten Wasser- und Bodenqualität beitragen, indem sie eine nachhaltige Kakaoproduktion fördern. Außerdem müssen sie das Wissen und die Fähigkeiten von Kleinbäuerinnen und -bauern zur landwirtschaftlichen Diversifizierung stärken, da diese eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Lebenssituation von KakaoproduzentInnen spielt.

Der Anbau und Handel diverser Agrarprodukte stabilisiert das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern und ihrer ArbeiterInnen, da so die Abhängigkeit von dem Anbau von Kakaobohnen verringert wird.

Die Kultivierung verschiedener Nutzpflanzen bietet außerdem Schutz vor Wetterextremen, fängt die negativen Effekte großer Preisschwankungen auf und stärkt die Ernährungssicherheit des jeweiligen Landes. Schokoladenunternehmen müssen zur Gewährleistung von Nachhaltigkeit und Diversifizierung regelmäßige Schulungen der KakaoproduzentInnen sicherstellen.