Nachhaltigkeit

Ökologische Aspekte im Kakaoanbau wurden über Jahrzehnte vernachlässigt. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen niedrigen Kakaopreisen und Menschenrechtsverletzungen auf der einen und ökologischen Problemen auf der anderen Seite.

Niedrige Kakaopreise tragen zu Entwaldung bei

Aufgrund fehlender Mittel können viele Bauern und Bäuerinnen nicht ausreichend in ihren Kakaoanbau investieren. Der Ersatz von alten und kranken Bäumen sowie die Pflege junger Bäume bleiben oftmals aus. Niedrige Kakaopreise und sinkende Erträge zwingen die Kakaoproduzent*innen dazu, ihre Anbauflächen auszuweiten, was die Verdrängung anderer Kulturen oder Waldrodungen zur Folge hat. In Ghana und der Côte d’Ivoire ist der Kakaoanbau maßgeblich für die Zerstörung des Regenwalds mitverantwortlich. Einerseits sind hier die staatlichen Behörden in der Pflicht, bestehende Umweltschutzgesetze konsequent umzusetzen. Andererseits haben auch die großen Schokoladenhersteller jahrelang weggeschaut und Kakao aus entwaldeten Gebieten in ihren Lieferketten toleriert.

Steigender Pestizideinsatz schadet Mensch und Umwelt

In vielen Anbauregionen kommt es häufig zu einer starken und unsachgemäßen Verwendung von Pestiziden und chemischen Düngemitteln, weil den Bäuerinnen und Bauern oftmals die nötigen Informationen für einen sachgemäßen Umgang mit diesen Stoffen fehlen. Dadurch werden Böden ausgelaugt und Trinkwasser in den Anbauregionen verunreinigt. Aber auch gesundheitliche Risiken entstehen, da Pestizide und Düngemittel häufig ohne Schutzkleidung versprüht werden. Insbesondere der Anteil von Kindern, die im Kakaoanbau giftigen Pestiziden ausgesetzt sind, ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

Klimakrise gefährdet Kakaoanbau

Die Klimakrise gefährdet den Kakaoanbau zusätzlich. Ihre Auswirkungen, wie etwa steigende Temperaturen, zunehmende Trockenheit und unberechenbare Niederschläge, sind in den Kakaoanbauregionen schon heute spürbar und werden sich in den kommenden Jahren voraussichtlich noch verstärken. Klimaforscher schätzen, dass bis 2050 große Teile der Annbauflächen in der Côte d'Ivoire und Ghana zu trocken für den Kakaoanbau werden könnten.

Der einseitige Anbau von Kakao erhöht nicht nur die Abhängigkeit der Bäuerinnen und Bauern von schwankenden Kakaopreisen, sondern führt auch zu einem Rückgang der Biodiversität. Um die Umwelt zu schonen und die Abhängigkeit vom Kakaoanbau zu reduzieren, ist es wichtig, dass die Kakaobäuerinnen und -bauern die nötigen Mittel erhalten, um nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben und ihren Anbau zu diversifizieren.

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