Kakaoproduktion: ein Überblick

 

Anbauländer KakaoKakaopflanzen benötigen ein tropisches Klima, um zu gedeihen. Sie brauchen viel Wärme und Feuchtigkeit. Daher kann Kakao nur in wenigen Regionen weltweit rund um den Äquator angebaut werden. Heutzutage findet 70 Prozent der globalen Kakaoproduktion in Westafrika statt. Dort sind die Elfenbeinküste und Ghana Hauptanbauländer. Nur 15 Prozent der weltweiten Kakaoernte stammt aus Mittel- und Südamerika, den Ursprungsregionen des Kakaos.

5,5 Millionen KakaobäuerInnen und -bauern gibt es weltweit. Zudem sichert der Kakaoanbau den Lebensunterhalt von bis zu 14 Millionen Arbeitern und deren Familien. Kakao wird überwiegend von Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut. 90 Prozent des Kakaoanbaus findet auf kleineren Parzellen von 2 bis 5 Hektar statt. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld hat 1 Hektar. Und ein Landwirt in Deutschland bewirtschaftet durchschnittlich 56 Hektar.

Kakaoanbau = harte Handarbeit

Der Kakaoanbau ist sehr arbeitsintensiv und beruht auf Handarbeit, und er erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit, Pflege und Ernte. Der Kakaobaum blüht das ganze Jahr hindurch und entwickelt somit auch ständig Früchte. An ihm wachsen die großen Kakaoschoten, die mit Macheten oder Stöcken von den Bäumen geschlagen werden. Jede Kakaoschote enthält circa 20-30 Samen, die von einem süßen weißen Fruchtfleisch umgeben sind – dies sind die Kakaobohnen. Es braucht eine ganze Jahresernte eines Baumes, um ein halbes Kilo Kakao zu produzieren. Da die Schoten eben nicht alle zur gleichen Zeit reif sind, müssen die Bäume ständig beobachtet werden. Kakao ist eine sehr empfindliche Pflanze, die schnell auf Wetterveränderungen reagiert und anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Nachdem die reifen Schoten geerntet wurden, werden sie mit Macheten geöffnet und die Bohnen herausgepuhlt. Die Kakaobohnen müssen anschließend noch fermentiert, gewaschen, getrocknet und in Säcke verpackt werden. Dann sind sie fertig zum Weiterverkauf an die Zwischenhändler.

Von der Kakaobohne zur Schokolade

Bis aus der bitteren Bohne Schokolade entsteht, ist es ein langer Weg. Zwischenhändler kaufen die Säcke mit den rohen Kakaobohnen und verkaufen sie an Exporteure. Der Großteil der Kakaobohnen wird nicht in den Anbauländern verarbeitet. Nachdem die Kakaobohnen bei den Vermahlungsunternehmen im globalen Norden ankommen, werden sie weiterverarbeitet. Die Bohnen werden zerstoßen und die Hüllen entfernt, geröstet und schließlich gemahlen. Das Ergebnis – Kakaomasse – wird zur Herstellung von Schokolade verwendet, oder weiter verarbeitet zu Kakaobutter und Kakaopulver.