Osterhasen fordern: Keine unfaire Schoki mehr!

12.04.2017

Mit Osterhasen-Kostümen, Schoko-Eiern aus Pappmaché und Unterschriftenlisten bewaffnet haben Aktionsgruppen quer durch Deutschland in der Vor-Osterzeit gegen unfaire Schokolade im Osternest protestiert. Im Rahmen der Oster-Aktion von Make Chocolate Fair! sammelten sie Unterschriften und verschickten Briefe an verschiedene Schokoladenunternehmen, die noch nicht auf die Aktion #nachgehakt reagiert haben oder deren Antworten unbefriedigend ausfielen.

Oster-Aktion Bremen

In Bremen machte das Junge entwicklungspolitische Forum (JEP) mit einer Aktion vor dem Bremer Roland auf sich aufmerksam: Als Osterhasen verkleidete AktivistInnen sammelten über 100 Unterschriften für einen Brief, in dem sie von dem lokalen Schokoladenunternehmen Hachez mehr Transparenz, ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobauernfamilien und eine unabhängige Zertifizierung forderten. „Die Arbeitsbedingungen in der Schokoladenbranche sind katastrophal und die Leute verschließen ihre Augen davor", so JEP-Koordinatorin Sarah Laustroer. „Wir wollen die Leute bitten, faire Schokolade zu kaufen, gerade zu Ostern, wenn viel Schokolade gegessen wird."

Oster-Aktion BerlinIn Salzkotten klärten die MitarbeiterInnen des Eine Welt Kreis Salzkotten die VerbraucherInnen über verschiedene Nachhaltigkeitssiegel für Schokolade und deren Unterschiede auf. Bei einem Infostand in der örtlichen Fußgängerzone sammelten sie außerdem Unterschriften für einen Brief an das Unternehmen Eickmeyer & Gehring, das in Ostwestfalen für seine Schokolade am Stiel bekannt ist, sich aber bisher in keiner Form zum Thema Nachhaltigkeit äußert. „Wir glauben, dass wir etwas erreichen können, wenn viele kleine Menschen viele kleine Schritte tun", begründete Waltraud Teigeler vom Weltladen Salzkotten ihre Teilnahme an der Oster-Aktion.

Oster-Aktion NeumarktAuch der Weltladen in Neumarkt beteiligte sich mit einer Unterschriftensammlung und einem Brief an das Unternehmen Ludwig Schokolade. Marina Malter, Eine-Welt-Promotorin für Ostbayern, schlüpfte eigens in ein Osterhasen-Kostüm, um für die Aktion zu werben. „Schokolade darf nicht mehr als Massenproduktionsgut angesehen werden, sondern muss wieder mehr wertgeschätzt werden", forderte Weltladen-Vorstand Ruth Dorner. In Berlin sorgte eine „Kinder-Demo“ für faire Schokolade, organisiert von der Freien Schule am Mauerpark, für Aufsehen im Prenzlauer Berg.

Doch damit noch nicht genug: Am Ostersamstag schlugen die Osterhasen in Niebüll Alarm und verteilten in der ganzen Stadt tausende Eier und faire Schoko-Hasen.

Wir freuen uns über so viel Engagement und bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mitgemacht haben!

Oster-Aktion NeumarktMit unserer Aktion haben wir den Schokoladenunternehmen gezeigt, dass die KonsumentInnen keine Ruhe geben werden, bis die Schokolade endlich fair und nachhaltig produziert wird. Damit den Nachhaltigkeitsversprechen der Unternehmen Taten folgen, heißt es auch in den kommenden Monaten weiter dran bleiben und den Druck aufrechterhalten. Dafür müsst ihr nicht bis zur nächsten Osterhasen-Challenge von Make Chocolate Fair! warten:

  • Löchert euren Lieblings-Schokoladenhersteller mit kritischen Fragen. Die meisten Schokoladenunternehmen sind bisher nur wenig transparent, was das Thema Zertifizierung oder die Wirkung von Nachhaltigkeitsprojekten angeht, und bisher verfügt kein Unternehmen über eine schlüssige Strategie, um ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobauernfamilien zu garantieren. Anregungen für kritische Nachfragen bieten unsere Kommentare zu den Antworten der Unternehmen auf unsere Aktion #nachgehakt.
  • Werdet selbst aktiv und führt eure eigene Aktion für faire Schokolade durch. In unserem Aktionshandbuch findet ihr dafür ein paar kreative Anregungen. Außerdem gibt es von Make Chocolate Fair! jetzt einen neuen Aktions-Flyer, den ihr bei uns bestellen und für eure Aktionen verwenden könnt.
  • Ihr wollt Veranstaltungen oder Workshops zu Problemen im Kakaogeschäft und den Alternativen organisieren? Unsere ReferentInnen kommen dafür gerne in eure Stadt!
  • Informiert eure Freunde und Bekannte über die Probleme im Kakaogeschäft und verbreitet die Kampagne Make Chocolate Fair! in euren sozialen Netzwerken
  • Kampagnen kosten Geld. Wir freuen uns daher, wenn ihr die Arbeit von INKOTA und Make Chocolate Fair! mit einer Spende oder als Fördermitglied unterstützt.

 

Auch nach drei Jahren immer noch hochaktuell: Die Botschaft der streikenden Osterhasen vor dem Berliner KaDeWe (April 2014).