Forderungen an die Schokoladenindustrie in der Corona-Krise

04.05.2020

Die Corona-Pandemie trifft auch den Kakaoanbau. Seit Beginn der Corona-Krise ist der Kakaopreis um fast 30 Prozent gefallen. Hält dieser Trend an, könnte er verheerende Auswirkungen auf die Lebensbedingungen vieler Kakaobauernfamilien haben. Das VOICE-Netzwerk fordert die Kakao- und Schokoladenindustrie auf, die Kakaobauernfamilien während der Corona-Krise stärker zu unterstützen.

Aufgrund von Armut, unzureichender Ernährung und mangelhaftem Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung befanden sich viele Kakaobäuerinnen und -bauern bereit vor der Krise in einer prekären Situation. Die Corona-Pandemie könnte nun zu einer weiteren Verschlechterung der Gesundheitslage führen.

Darüber hinaus stellen die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen die Familien vor große Herausforderungen. Bereits jetzt liegt das Einkommen der meisten Kakaobauernfamilien unter dem Existenzminimum. Der sinkende Kakaopreise könnte diese Situation weiter verschärfen. Infolge einer Überproduktion kam es schon 2016 zu einem Preissturz auf dem Weltmarkt. Die Bäuerinnen und Bauern erlitten damals große Verluste, während die Schokoladenindustrie Extra-Gewinne verzeichnete. Dieses Szenario darf sich nicht wiederholen.

Das VOICE-Netzwerk fordert deshalb die Kakao- und Schokoladenindustrie auf, Kakaobauernfamilien in der Corona-Krise stärker zu unterstützen. Um die Folgen der Krise für die Familien abzufedern, sollte ein Notfallfonds eingerichtet werden, der die Gesundheitsversorgung von Kakaobäuerinnen und -bauern sichert und eine vorrübergehende Unterstützung ihres Einkommens in den kommenden Monaten gewährleistet. Bestehende Lieferbeziehungen und Kontakte sollen zudem zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung in den lokalen Gemeinden genutzt werden.

Lesen Sie hier das vollständige Statement des Voice-Netzwerk

 

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