Forderungen

Faire Bezahlung von Kakaobäuerinnen und -bauern und ihren ArbeiterInnen

Schokoladenunternehmen müssen existenzsichernde Preise für Kleinbäuerinnen und -bauern und ihren Arbeiter*innen und Erntehelfer*innen garantieren. Diese Preise müssen den Kakaobauernfamilien ein existenzsicherndes Einkommen entsprechend den Lebenshaltungskosten ihres Landes ermöglichen. Nur wenn Kakaoproduzent*innen ein existenzsicherndes Einkommen erhalten, können sie auch existenzsichernde Löhne an ihre Arbeiter*innen zahlen. Durch eine angemessene Bezahlung können sie außerdem auf Kinderarbeit in der Kakaoproduktion verzichten.

Insbesondere in Westafrika liegt das durchschnittliche Einkommen von Kakaobäuerinnen und -bauern derzeit weit unter dem Existenzminimum: In Ghana müsste sich das Einkommen einer typischen Kakaobauernfamilie etwa verdoppeln, um existenzsichernd zu sein. In der Côte d'Ivoire müsste es sich sogar fast verdreifachen.

Ein existenzsicherndes Einkommen muss die Grundbedürfnisse der Kakaoproduzent*innen und ihrer Familien decken. Dazu zählen eine angemessene Unterkunft, ausreichende und gesunde Ernährung, sauberes Trinkwasser, Kleindung, eine ausreichende Gesundheitsversorgung, Bildung, Transportkosten und die Möglichkeit, im kleinen Rahmen Ersparnisse für Notfälle zu bilden.

Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten Kakao-Lieferkette und Ausschluss von ausbeuterischer Kinderarbeit

Schokoladenunternehmen müssen die Einhaltung der Menschenrechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ohne Einschränkungen gewährleisten, indem sie die international anerkannten Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) sowie die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) respektieren und aktiv umsetzen.

Allein in der Côte d’Ivoire und in Ghana arbeiten etwa 1,5 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen - das ist fast jedes zweite Kind in landwirtschaftlichen Haushalten in den Kakaoanbaugebieten.

Aufgrund dieser gravierenden Missstände fordern wir von den Schokoladenunternehmen den uneingeschränkten Ausschluss ausbeuterischer Kinderarbeit gemäß der ILO-Konventionen 182 und 138 in ihrer gesamten Lieferkette.

Unterstützung von Kakaobäuerinnen und -bauern bei der Umsetzung einer nachhaltigen und diversifizierten Landwirtschaft

Schokoladenunternehmen müssen auch ihren ökologischen Sorgfaltspflichten nachkommen. Dazu gehört, dass sie zum Erhalt eines intakten Ökosystems und zum Klimaschutz sowie zu einer guten Wasser- und Bodenqualität beitragen, indem sie eine nachhaltige Kakaoproduktion fördern. Dies beinhaltet:

  • Rückverfolgbare Lieferketten aufzubauen, die ausschließen, dass Kakao aus geschützten Wäldern kommt;

  • die Nutzung von hochgefährlichen Pestiziden in ihren Lieferketten auszuschließen;

  • Investitionsprogramme aufzustellen, die Kakaobauern und –bäuerinnen dabei unterstützen, auf Agroforstsyteme umzustellen.

Mit regelmäßigen Schulungen müssen die Unternehmen Kakaobäuerinnen und -bauern dabei unterstützen, nachhaltige und umweltschonende Landwirtschaft zu betreiben und ihren Anbau zu diversifizieren. Landwirtschaftliche Diversifizierung spielt eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung der Einkommen von Kakaobauernfamilien und reduziert die Abhängigkeit vom Kakaoanbau. Die Kultivierung verschiedener Nutzpflanzen bietet außerdem Schutz vor Wetterextremen und kann zur Stärkung der Ernährungssicherheit Kakaobauernfamilien beitragen.